Anschlag bei Berlin Pride: Dem Hass keinen Boden bereiten

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Am vergangenen Samstagabend ist ein 21jähriger Mann – mutmasslich aus dem islamistischen Milieu – bei der Berlin Pride 2026 vermutlich zusammen mit Mittätern in eine Menschengruppe gefahren und hat eine junge Frau getötet und mehrere Menschen teils schwerst verletzt.

wir trauern

© OutInChurch

Zuerst gilt das Beileid den Angehörigen der Opfer und diesen selbst: Sie sind zur Pride gekommen um einerseits ein fröhliches Fest zu feiern und andererseits einer queerpolitischen Haltung einen Ausdruck zu geben. Eine Teilnehmerin hat dieses Engagement nun mit dem Leben bezahlt – viele andere werden fürs Leben gezeichnet bleiben. Das ist unfassbar und erschüttert die ganze queere Szene und weit darüberhinaus.

Dann ist aber noch etwas ganz anderes passiert, was ebenso verzweifeln lässt: Was soll man sich um internationale, interreligiöse und interkulturelle Verständigung, wie sie gerade in Berlin so beispielhaft stattfindet, bemühen, wenn vereinzelte Irre reichen, um alle Bemühungen wieder Lichtjahre zurückzuwerfen. Jüngste Umfragewerte zeigen die AfD in Berlins Nachbarbundesland Sachsen-Anhalt bei über 40% – das dürfte sich in den nächsten Tagen mittels ausgeschlachteter Fremdenfeindlichkeit nochmals dramatisch nach oben verändern. – Natürlich ist die AfD weder eine Alternative noch eine politische Lösung – aber dass die Zahlen jener in der Wählerschaft steigen, die nicht differenzieren (was täglich mühsamer wird) aber discountmässig politische Probleme à la AfD wegschaffen wollen, verstehe ich. Aber Discountlösungen lösen eben nicht: Der mutmassliche Täter von Berlin, Abdul Ballout (+), war von libanesischer Herkunft und besass die deutsche Staatsangehörigkeit. Die Ideen der AfD helfen gegen diesen Täter kein bisschen. Nun sind Gedankengänge und das Denken ganz generell vielen AfD-Fans nicht so wichtig. Von daher wird der Fall Ballout also doch seine Wirkung zeigen.

Nun ist es wohl wichtig, dass sich wieder einmal mehr – mal zuerst im deutschsprachigen Europa – alle politischen Kräfte, die das können und wollen, zusammen mit den Exponentinnen und Exponenten der muslimischen Kulturgruppen und Moscheegemeinden im Schulterschluss zeigen und Stellung nehmen und sich zu den demokratischen Grundwerten, nach denen sie leben wollen, bekennen. Für Zürich meint das sicher mal den Kantonsrat, den Gemeinderat, den ref. Kirchenrat, den kath. Synodalrat, die FIDS zusammen mit der VIOZ.

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